Tschamberhöhle - Schwarzwaldverein Karsau

  Schwarzwaldverein Karsau e.V. 1964
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Tschamberhöhle

Tschamberhöhle


Tschamberhöhle - Naturwunder und Ausflugsziel

Von den zahlreichen geologischen Besonderheiten, die für den Dinkelberg zwischen dem Hochrheintal im Süden und dem Wiesental im Norden charakteristisch sind, ist die zum Karsauer Ortsteil Riedmatt gehörende Tschamberhöhle zweifellos die Bedeutenste. Die unmittelbar am Hochrhein, nahe der früheren Deutschordenskommende Schloss Beuggen gelegene Erosionshöhle ist eine, von lediglich drei, im Muschelkalk verlaufenden Schauhöhlen in Deutschland. Dem Besucher ermöglicht dieses besondere Naturwunder einen direkten Einblick ins Innere eines Karstgebirges. In Jahrtausenden schuf allein die Kraft des Wassers durch Erosion und Korrosion die bislang auf eine Länge von etwa


1600 Meter erforschten Höhlengänge, von denen 600 Meter für die Besucher erschlossen sind. Wer in die Höhle einsteigt, tritt eine interessante Reise durch mehrere Millionen Jahre Erdgeschichte an.

Lange Zeit bevor die Tschamberhöhle entstand, waren große Teile des europäischen Festlandes von Wasser bedeckt. Als die Wassermassen wichen, blieben die Ablagerungen, welche in Jahrmillionen durch physikalische und chemische Prozesse, sowie organischen Niederschlag im Urmeer entstanden sind zurück. Sie verfestigten sich zu jener Gesteinsformation, die heute als Muschelkalk bezeichnet wird und sich über den gesamten Dinkelberg erstreckt. Das vom Muschelkalk geprägte Dinkelbergmassiv ist insoweit also ein typisches Karstgebiet. Ein Gang durch die Tschamberhöhle ermöglicht dem Besucher gewissermaßen ein Röntgenblick und eine Zeitreise ins Innere dieses maritimen Gebirges.

Etwa eine Stunde muss sich der Gast für seinen Besuch in einer eigentümlichen "Welt ohne Sonne" Zeit nehmen. Den Eingangsbereich der Höhle prägen kleinere Tropfstein- und Sinterbildungen. Danach folgt ein trockener Höhlengang und nach wenigen Minuten stößt man auf den Höhlenbach, welchem alleine die Entstehung der Höhle zu verdanken ist. Dem Steg weiter folgend bemerkt der Besucher wie die Höhle häufig ihr Aussehen ändert und sich in ihren unterschiedlichsten Formen zeigt. Hohe klammförmige Gänge mit weit herausragenden Zacken, Schratten und Karren wechseln ab mit imposanten Hallen und schmalen Passagen. Ziel ist am Ende des Weges ist der große Wasserfall. Doch schon der Weg dorthin ist das Ziel. Wo sonst hat man die Möglichkeit in der einzigartigen Atmosphäre der Höhlenwelt aktive Naturprozesse so unmittelbar zu erleben?

Schon in der Jungsteinzeit diente diese Höhle den damals nomadisierenden Jägern und Sammlern als Zufluchtsstätte. Zu allen Kriegszeiten bot sie den Einheimischen Schutz und diente als Versteck, denn fremde Krieger kannten diesen, hart am Gestade des Rheins liegenden Zufluchtsort nicht. Beim Bau der Eisenbahnlinie von Basel zum Bodensee, musste im Jahre 1853 der ursprüngliche Höhleneingang weichen. Die hierbei entdeckten Funde geben Zeugnis von der steinzeitlichen Besiedelung des trockengefallenen Höhleneinganges. Seit dem 18. Jahrhundert finden sich auch in der Literatur Hinweise auf dieses Höhlensystem, das anfänglich noch als "Tschamberloch" bezeichnet wurde. Seit dem Jahre 1890 ist die Höhle als Schauhöhle erschlossen und wird vom Schwarzwaldverein - zuerst von der Sektion Säckingen, später von der Ortsgruppe Rheinfelden (Baden), seit 1964 von der Ortsgruppe Karsau - ehrenamtlich und mit sehr viel Idealismus betreut.

Abseits des Besuchersteges, der keinesfalls verlassen werden darf, gibt es weitere Höhlengänge, die meist sehr eng sind und teilweise vollständig unter der Wasseroberfläche liegen. Dies ist die Welt der Höhlenforscher und der Höhlentaucher, die immer wieder neue Gänge entdecken.





Geographische Lage der Höhle
Zu finden ist die Tschamberhöhle in Rheinfelden-Riedmatt, direkt an der Bundesstraße 34 (B 34) zwischen Basel und Bad Säckingen am Hochrhein gelegen. Parkmöglichkeiten finden sie zwischen dem Hotel-Restaurant Storchen und der Brombachstr.2 in Riedmatt.
Bitte um Beachtung!
Neuer Zugang über Riedmatt Sägebächle (Folgen sie der Beschilderung)


Hinweis:
Die Tschamberhöhle bleibt in den Monaten November bis Ende März wegen routinemäßiger Instandsetzungsarbeiten geschlossen. Von Anfang April bis Ende Oktober ist die Höhle an allen Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 13:00 bis 17:00 Uhr wieder für Besucher geöffnet.

Bild: Archiv Schwarzwaldverein
Text: J. Räuber, Karsau;

 
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